SoSe 2023

Viele der neu gewonnenen Erkenntnisse begleiten mich seit dem Semesterende in meiner Freizeit und dem weiteren Studienverlauf.

KG | Besser konnte es nicht kommen: gleich zwei unabhängige Veranstaltungen bieten den Blick auf das, woraus die Kunst besteht. Eine Vorlesung zu Materialien der Skulptur durchwandert die Geschichte verschiedener Holz- und Gesteinsarten. Die mutmaßlichen Herkunftsorte und weiten Transportwege malen ein Bild der geschätzten Materialien, bis spezifische Berufsgruppen sie mit handwerklichen Techniken behandeln und verwerten. Immer wieder stoßen wir auf Diskurse wie Materialgerechtigkeit oder Polychromiestreit, welche die wandelnde Auffassung und Bedeutung der Veranstaltungsinhalte veranschaulichen. Die Fassung trägt mit ihrer sich stets ändernden Rezeption zu einem separaten Termin deshalb einen weitere interessante Dynamik bei.

Viele der Terminologien tauchen erneut im Seminar zur Technologie, Konservierung und Restaurierung von Gemälden auf. Die Veranstaltung besteht zur Hälfte aus informationsreichen Vorträgen und schafft Einblick in die Abläufe der Restaurierung im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Eine schriftliche Abgabe sieht vor, mit den neu gewonnenen Erkenntnissen Exponate auf eigene Faust zu betrachten und hinterfragen. Seitdem dauern meine Besuche viel länger, da ich mit jedem Rundgang durch die Alten Meister neue Details entdecke. In die anderen Räumlichkeiten des Hauses schaffte ich es deshalb noch nicht.

Ein weiteres Seminar widmet sich der Gartenkunst und -theorie in der Frühen Neuzeit und Moderne. Chronologisch werden einflussreiche Gärten aus Italien, Frankreich und England auf ihre Gestaltungsmerkmale untersucht. Ein Forschungsbeispiel, viele gartentheoretische Lektüren und die ständige Reflektion von Beispielen deutscher Gärten helfen, die kontinuierliche Entwicklung der europäischen Gartenkunst nachzuvollziehen. Auf die Untersuchungsmöglichkeiten historischer Gärten mit wenigen bildlich überlieferten Informationen war ich besonders gespannt. Wie überall gilt es, viele stützende und verlässliche Quellen zu finden. Reiseberichte und Städteansichten heben idealisierend konkrete Merkmale hervor, weshalb mit Hilfe von Arcinsys.de Finanzbücher herbeigezogen werden. Dort lassen sie sich auf die Beauftragung von Baumaterial, Handwerkern oder dem An- und Verkauf von Skulpturenschmuck überprüfen. Um möglichst viel Material für meine Modulprüfung zu haben, entschied ich mich, einen vielseitig erforschten Garten der Moderne zu untersuchen. In meiner Hausarbeit verorte ich somit Alfred Lichtwarks Kritik am Englischen Landschaftsgarten in dem mit Max Liebermann gemeinsam geplanten Wannseegarten.


IV | Für das zweite Semester sind die Lehrveranstaltungen BIT 2, Statistik und Java 2 vorgesehen, doch packte mich ein weiteres Angebot, welches erst ab dem fünften bis sechsten Semester empfohlen und für das Aufbaumodul 2 relevant ist. Donnerstagnachmittag bis -abend stellen für das Kolloquium ”Digital Humanities“ Referenten und Referentinnen aktuelle Forschungsprojekte aus den Digitalen Geisteswissenschaften vor. Die vielen Einsatzmöglichkeiten der Fähigkeiten und des Wissen, das im Studienverlauf angeeignet wird, findet sich zusammen und bildet ein deutlich größeres Bild, als man es in den ersten zwei Semestern vor sich hat. Es eignet sich, um die Begeisterung der Menschen kennenzulernen, welche die Digital Humanities für bekanntlich ausmachen, aber auch um Themen zu verinnerlichen, die in den ersten Semestern erstmals nebenbei angesprochen wurden. Deshalb fiel die Entscheidung leicht, sich nachträglich zur Teilnahme anzumelden und mit der Zusammenfassung und Recherche dreier Sitzungen die Studienleistung zu erbringen. Die als Kolloquium ausgelegte Modulprüfung passe ich auf Grund meines bisherigen Wissensstandes. Bis zum nötigen Modulabschluss werden neue Projekte präsentiert und sich neue Blickwinkel bilden können. Ich bin gespannt, welche neuen Termine demnächst anstehen, immerhin spricht nichts dagegen, sich bei Gelegenheit zu einem Termin wieder mit rein zu setzen.